Ein wichtiger technologischer Trend der letzten Zeit, der insbesondere in den letzten zehn Jahren enorm zugenommen hat, ist die zunehmende Präsenz „intelligenter” Geräte in unserem Alltag. Von intelligenten Küchen bis hin zu intelligenten Haussicherheitssystemen, von intelligenten medizinischen Geräten bis hin zu intelligenten landwirtschaftlichen Geräten – wir leben in einer schönen neuen „intelligenten” Welt, in der miteinander vernetzte Systeme aus internetfähigen Geräten den Menschen dabei helfen, mit einer Effizienz zu leben und zu arbeiten, die vor 25 Jahren noch kaum vorstellbar war. Diese Integration „intelligenter” Technologie ist unter dem Begriff „Internet der Dinge” oder IoT bekannt geworden.
Was genau ist ein IoT-System?
Ein IoT-Ökosystem besteht aus verschiedenen „Dingen”, die Umweltdaten sammeln, übertragen und darauf reagieren. Ein „Ding” in einem IoT-System kann wirklich alles sein: eine Person mit einem implantierten Herzmonitor, ein Kühlschrank mit Sensoren, die feststellen können, ob bestimmte Artikel nachgefüllt werden müssen, ein Nutztier mit einem Biochip-Transponder oder jedes andere Objekt, dem eine IP-Adresse zugewiesen werden kann und das Daten über ein Netzwerk übertragen kann. Diese verschiedenen internetfähigen Transponder, Sensoren, Monitore und andere Arten von Kommunikationshardware sind mit einem zentralen IoT-Gateway verbunden, über das die Daten entweder sofort von einem Smartphone oder einem Computer abgerufen oder an die Cloud gesendet werden können.
IIoT
Die Industrie passt sich wie immer diesem technologischen Trend an, und viele Fachleute für industrielle Systeme implementieren und nutzen IoT-Prinzipien, die in industriellen Anwendungen als industrielles Internet der Dinge oder IIoT bezeichnet werden. Das IIoT hat sich als bedeutende disruptive Chance für die Industrie erwiesen und kann die Konnektivität, Effizienz, Skalierbarkeit, Zeitersparnis und Kosteneinsparungen für Industrie- und Fertigungsunternehmen massiv verbessern. Unternehmen profitieren vom IIoT durch vorausschauende Wartung, verbesserte Sicherheit und andere betriebliche Vorteile.
IoT vs. IIoT
3 Gründe, warum IoT für Verbraucher nicht für industrielle Anwendungen geeignet ist
1. Konnektivität und Signalstärke
Während verbraucherorientierte IoT-Systeme – wie Haussicherheitssysteme oder intelligente Haushaltsgeräte – über einfache WLAN-Heimnetzwerke oder Bluetooth betrieben werden und funktionieren, erfordern IIoT-Systeme ein höheres Maß an Konnektivität und Signalstärke. Störungen durch schwere Industriemaschinen oder große Signalübertragungsentfernungen sind häufige logistische Hindernisse in industriellen Anwendungen – und unzureichende Konnektivität oder ein schwaches Signal können zu kostspieligen Ausfallzeiten führen. IIoT-Systeme erfordern speziell entwickelte industrielle IoT-Ökosysteme, die diese (und andere) Faktoren berücksichtigen und in der Lage sind, eine zuverlässige, ausreichende Konnektivität und optimale Signalstärke bereitzustellen.
2. Adaptive Integration mit industriellen Protokollen
Industrielle Systeme arbeiten in der Regel mit Maschinenkommunikationsprotokollen wie RS485-RTU oder Modbus. Ein robustes IIoT-System lässt sich nahtlos in bestehende und ältere Plattformen integrieren und unterstützt PoE-Anwendungen (Power over Ethernet). Darüber hinaus bieten IIoT-Systeme die Flexibilität und Anpassungsfähigkeit, neu programmiert und konfiguriert zu werden, um neue Prozesse zu unterstützen, sobald diese entstehen. IoT-Systeme für Verbraucher haben Einschränkungen in den Protokollen, die sie unterstützen können, und verfügen nicht über die Anpassungsfähigkeit, um mit den Anforderungen industrieller Anwendungen Schritt zu halten.
3. Datenextraktion und vorausschauende Wartung
Mit speziell entwickelten IIoT-Systemen können Systembetreiber und -manager Sensordaten mithilfe der im System integrierten Datenmanagement-Tools extrahieren und aggregieren. Diese Daten ermöglichen vorausschauende Wartungsprogramme, die Betreiber auf Wartungsprobleme aufmerksam machen, bevor diese zu Problemen führen – wodurch teure Reparaturen, kostspielige Ausfallzeiten und Produktverluste oder -beschädigungen vermieden werden. IoT-Systeme für Verbraucher verfügen einfach nicht über diese Datenmanagementfunktionen.