In vielen Branchen ist es unerlässlich zu wissen, welcher Temperatur ein Produkt ausgesetzt war – und wie lange. Ob es sich um die Sterilisation von chirurgischen Instrumenten in einem Autoklav oder das Erhitzen von Lebensmitteln vor dem Einmachen handelt, Temperaturdatenlogger werden eingesetzt, um Änderungen der Temperaturbedingungen zu messen, zu dokumentieren und zu analysieren. Ein Temperaturdatenlogger ist eine spezielle Art von Datenlogger, der für Temperaturfühler oder Temperatursensoren optimiert oder konfiguriert ist – und auch für Feuchtigkeitssensoren, wenn der Temperaturdatenlogger gleichzeitig als Feuchtigkeitsdatenlogger fungiert.
Wie funktioniert ein Temperaturdatenlogger?
Ein Temperaturdatenlogger wird häufig mit Batterien betrieben und akzeptiert einen oder mehrere Sensoreingänge, wobei er Daten mit einer vorgegebenen Frequenz erfasst und speichert. Am Ende des Erfassungszeitraums wird der Logger wiederhergestellt und die Daten werden zur Analyse auf einen PC heruntergeladen. Einige Datenlogger übertragen die Messergebnisse sogar an einen PC oder ein anderes Gerät, sodass keine Besuche vor Ort erforderlich sind.
Für die Protokollierung von Umgebungsbedingungen sind Datenlogger mit integrierten Präzisionssensoren kompakte, leichte Aufzeichnungsgeräte. Ihr Nachteil ist, dass sie an einem Ort platziert werden müssen, an dem die Temperatur gemessen werden soll. Daher können Temperaturdatenlogger mit internen Sensoren nicht in Umgebungen mit hohen Temperaturen eingesetzt werden, da die elektronischen Bauteile des Geräts innerhalb eines bestimmten Betriebstemperaturbereichs funktionieren müssen. Sie eignen sich jedoch für die Aufzeichnung von Temperaturen während des Transports, wie dies beispielsweise beim Versand von Kunstwerken oder verderblichen Produkten wie Eiern erforderlich sein kann.
Das Problem der Messung und Aufzeichnung von Temperaturen in Umgebungen, die für Temperaturdatenlogger mit internen Sensoren zu heiß oder zu kalt sind, wird durch Temperaturdatenlogger gelöst, die mit Sonden oder speziellen Gehäusen mit integrierten Sensoren ausgestattet sind, die für die Überwachung extrem heißer oder extrem kalter Umgebungen ausgelegt sind. Die Sensorsonde kann in der rauen Umgebung platziert werden, um die Temperatur zu messen, während der Rekorder sicher an einem geeigneten Ort außerhalb bleibt. Während beispielsweise die Innentemperatur eines Industrieofens für einen einzelnen verpackten Temperaturdatenlogger zu hoch sein kann, kann eine Sensorsonde im Ofen platziert werden und der Rekorder kann die Daten von außerhalb des Ofens aufzeichnen.
Mehrkanal-Temperaturdatenlogger
Temperaturdatenlogger sind je nach Sensor-Typ mit bis zu 16 Eingängen erhältlich. Sie funktionieren mit Thermoelementen, Thermistoren sowie 2-, 3- oder 4-Leiter-RTD-Temperatursensoren.
Datenabruf
Viele Temperaturdatenlogger mit internem Sensor sind wie ein USB-Stick konzipiert und können zum Herunterladen der Daten an einen USB-Anschluss eines Computers angeschlossen werden. Andere verwenden ebenfalls eine USB-Schnittstelle, benötigen jedoch ein separates Kabel. Eine weitere Option ist die Bluetooth-Schnittstelle. Einige Temperaturdatenlogger können in einem Ethernet-Netzwerk verwendet werden, um Daten an einen zentralen PC zurückzusenden, während andere drahtlos arbeiten, um Messwerte zu übertragen. Bei beiden Ansätzen entfällt die Notwendigkeit, zum Standort eines Temperaturdatenloggers im Feld zu fahren, um die Daten abzurufen.
Anwendungen
Die Temperaturmessung ist wichtig für Anwendungen, die vom Messbereich der Überwachung des Zustands von Flüssen und Bächen bis zur Überprüfung der korrekten Durchführung von Sterilisationsverfahren reichen. Temperaturdatenlogger können verwendet werden, um Messungen über längere Zeiträume zu beobachten und so langfristige Trends zu ermitteln. Sie können auch verwendet werden, um die erreichte Höchst- oder Mindesttemperatur sowie die Dauer der Exposition aufzuzeichnen.
- Sterilisation
Die Sterilisation ist ein wichtiger Bestandteil vieler industrieller und geschäftlicher Umgebungen – darunter Krankenhäuser, Zahnarztpraxen, Tattoo-Studios und Brauereien. Ohne Validierung und ordnungsgemäße Kartierung funktionieren Sterilisationsprozesse jedoch möglicherweise nicht korrekt. Temperaturdatenlogger werden verwendet, um Temperaturänderungen in diesen Prozessen zu messen und aufzuzeichnen, sodass die Bediener sicherstellen können, dass die richtigen Temperaturen für die Sterilisation erreicht werden.
Dasselbe gilt für die Vermehrung von Pflanzen und Tieren. Ein besonderes Anliegen einiger Systemmanager und -betreiber ist der Schutz vor Legionellen, die eine potenziell tödliche Form der Lungenentzündung verursachen können. Eine Aufzeichnung von Temperatur und Luftfeuchtigkeit, die von einem Temperaturdatenlogger bereitgestellt werden kann, liefert eine mit Zeitstempel versehene Aufzeichnung der über einen längeren Zeitraum herrschenden Bedingungen.
- Umgebungen mit hohen Temperaturen
In einigen industriellen Prozessen, wie der Pasteurisierung oder der Konservenherstellung, ist eine Umgebung mit hohen Temperaturen erforderlich, um den Prozess sicher abzuschließen. Ein Temperaturdatenlogger kann beispielsweise einem Hersteller von Konserven den Nachweis liefern, dass sein Produkt die Mindesttemperatur erreicht hat, die zur Abtötung von Organismen wie Botulismus erforderlich ist.
- Kühlkettentransport
Für viele Produkte, darunter verschiedene Arten von Lebensmitteln und Arzneimitteln, sind während des Transports sorgfältig kontrollierte Bedingungen unerlässlich, um Verderb zu vermeiden. Ein Temperaturdatenlogger kann zusammen mit den transportierten Materialien platziert werden und liefert Aufzeichnungen über die herrschenden Bedingungen. Dies trägt dazu bei, die Unversehrtheit der Produkte zu gewährleisten, und ermöglicht es den Betreibern, die Logistiksysteme auf notwendige Änderungen oder Wartungsarbeiten hin zu überprüfen. Diese Aufzeichnungen dienen auch als Nachweis, falls es zu Ansprüchen aufgrund von unsachgemäßer Handhabung kommt.
Fazit
Bei der großen Auswahl an Temperaturdatenloggern kann es schwierig sein, den richtigen auszuwählen. Nur wenn man die Gründe für die Temperaturprotokollierung versteht, kann man die wichtigsten Eigenschaften identifizieren und den Messbereich der möglichen Geräte eingrenzen.
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